EXHIBITION BERLIN: DEPRESSION UND KAPITAL

Depression und Kapital

Ausstellung für drei Videoinstallationen von

PK (New York)
Clemens Poole (New York)
Martin Pasek ( Berlin)

und mit Musik von Sagardía (Berlin)

Eröffnung 5. Juli 2013 im

Sprechsaal
Marienstraße 26
10117 Berlin

Ausstellungszeitraum vom
5. Juli 2013 – 1. September 2013

Begleitprogramm mit wechselnden Veranstaltungen einzusehen unter: sprechsaal.de

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Depression and Capital
a video installation exhibition with music by Sagardía

Opening July 5th, 2013 at the

Sprechsaal
26 Marienstrasse
10117 Berlin

On exhibit July 5th – September 1st, 2013
Accompanied by an ongoing event program.

See sprechsaal.de for more information

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Depression und Kapital ist eine Austellung mit Videoinstallationen der Arbeitsgruppe PK aus New York, Clemens Poole, Martin Pasek und der Musik des Komponisten Sagardía. Der Sprechsaal freut sich, diese Arbeiten erstmals in Europa zeigen zu können. Die zweimonatige Ausstellung wird begleitet von Diskussionen, Vorträgen, Filmvorführungen und Hörspielen.
Die vorgestellten Arbeiten bieten drei Blicke auf den Menschen in verschiedenen Kontexten: der Natur, der Verwandlung einer Metropole und eines Konsumsystems. Die scheinbar durch ihre Thematik und Perspektive disparate Videoinstallationen gewinnen durch ihre Zusammenstellung einen gemeinsamen Bezugspunkt – in einer zugleich althergebrachten, aber auch neulich wieder aktuellen Dispositiv: der Kampf des Menschen mit der Natur und dem Kapital.

Depression und Kapital is an exhibition of three video installation works by art collaborative PK, Clemens Poole, Martin Pasek, and with the music of the composer Sagardía. The Sprechsaal is pleased to present this international collectionofworks for the first time in Europe. The exhibition will be shown together with a two month program of discussions, lectures, interviews, films and radio plays.
Each work included in the exhibition shows us the human in a different context: nature, urban transformation, and consumerism. These video pieces, while seemingly disparate in theme and perspective, reveal a common reference point in their juxtaposition. This dispositive, at once old-fashioned and recently reevaluated, is man’s struggle with nature and capital.

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How I got up on the roof

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht How I got up on the roof , eine Filminstallation die in der Cooper Union Gallery in New York City zum ersten Mal gezeigt wurde und als ein dichte Meditation entworfen ist, die auf Begriffe von Arbeit, Einsamkeit und Verzweiflung rekurriert. Die von der in New York ansässigen Arbeitsgruppe PK in Zusammenarbeit mit Clemens Poole (Kamera) und Sagardía (Musik) im Herbst 2012 / Winter 2013 entworfene Arbeit führt den Betrachter in eine atmosphärische Welt, die real und fantastisch wirkt, und ebenso isoliert bzw. bevölkert ist von einer übernatürlichen gesellschaftlichen Kraft. Wir sehen einen isolierten Menschen (den Künstler Porter Diteman) der sich gegen eine nicht bennennbare äußerliche Kraft aufbäumt; sein Kampf ist unnachgiebig, wie die Kraft, gegen die er kämpft.

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At the center of the exhibition, How I Got Up on the Roof, previously shown in New York at the Cooper Union, is a dense meditation on work, solitude and despair. Created by New York art collaborative PK in the fall of 2012 and the winter of 2013, How I Got Up on the Roof draws the viewer into an atmospheric world, both real and surreal, isolated and populated with a supernatural societal force. The work shows us an isolated man (artist Porter Diteman) persisting against an unnamable external presence; his struggle as relentless as the force he is struggling against.

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Escalator

Unter dem Blick einer Überwachungskamera verwandelt sich der Mensch auf der Rolltreppe in einen Konsumenten, deren Freiheitsgrad nur zwei beträgt. Die vorprogrammierten Bewegungen der abzählbaren Elemente heben alles Persönliche auf, jegliche subjektive Erregung erfriert in dem statisch-statistischen Beförderungssystem. Weil in solchen Orten Abenteuern verboten oder auf saisonale Ausverkaufszeiten reduziert sind, schlägt oft der Shoppingwahn in Depression um; eine bunte Fassade fällt und dahinter erkennt man die gleiche hoffnungslose Hässlichkeit, die man sonst an den Berliner Bahnhöfen in purer Form geniessen kann. Der unbewegte Beweger im Heligenschein ist wohl kein heilbringender Gott, jetzt wissen wir es, sondern die Rolltreppe.

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Escalator, a collaboration between artist Clemens S. Poole and composer Sagardía, places the individual under the gaze of a surveillance camera, converting the degrees of man’s freedom into a simple binary. The pre-programmed movement of countable elements cancels out the personal, and any subjective arousal freezes in this static and statistical transport system. Because such places preclude unpredictability, reducing it perhaps to the event of a seasonal sale, the consumer urge changes suddenly into depression, and the colorful façade falling behind becomes the same hopeless ugliness of other simple public spaces. The glory of the unmoved mover is clearly not that of some protecting God, but that of the escalator.

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Deutsche Bank Parsifal

Deutsche Bank Parsifal von Martin Pasek, Sagardía und Clemens Poole registriert eine ephemere Verwandlung des Bauvorhabens in ein mythisches Schattentheater. Das zufällige Zusammentreffen verschiedener alltäglicher Elemente resultiert in einem Spektakel, das zugleich wie ein Sinnbild der phantasmatischen Natur des Kapitals gelesen werden kann. Die urbane Neuauflage des Brockengespenstes durch eine unabsichtliche Umkehrung stellt aber Fragen auf: die Arbeiter als ritterliche Schützer des Grals? der Betonbehälter als blutgefüllter Kelch? Was heißt dann Erlösung, wenn statt dem Wunder des Flüssigwerdens des Blutes am 1. Mai die Erstarrung Betons vorgeführt wird, und das in den Zeiten, wo die heilbringende Arbeiterklasse selbst zu einem Schatten geworden ist. Schließlich, mit der Unterschrift des Deutschen Banks im Bild und der damaligen Finanzkrise, lässt sich fragen, ob tatsächlich „Die Wunde schließt der Speer nur, der sie schlug.“

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Deutsche Bank Parsifal by Martin Pasek, Sagardia and Clemens Poole finds a mythical shadow theater in the ephemeral transformation of a construction site. The coincidences of various quotidian occurrences form a spectacle that resembles a symbol of the phantasmal nature of capital. Through inadvertent reversal, this urban reenactment of the Brocken Spectre raises questions: Workers as Knights of the Grail? A concrete tank as the blood-filled chalice? What then is salvation, if the miracle of blood in the cup of Christ becomes the curing of concrete, while the working class itself has become a specter. Finally, the logo of the Deutsche Bank glowing beneath this drama, in the context of the financial crisis, asks the truth of the line, “The wound can be healed only by the spear which smote it.”

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